Buchweizenkeimlinge gehören zu meinen absoluten Lieblings-Keimlingen
- 11. Feb.
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 7 Stunden
Vor etwa 70 Jahren hat der international anerkannte Ernährungsforscher Prof. Clive M. McKay folgenden Steckbrief veröffentlicht:
„Gesucht! Eine Pflanze, die …
1. in jedem Klima gedeiht und es mit dem Nährstoffgehalt von Fleisch aufnehmen kann
2. innerhalb von nur 3 bis 5 Tagen zur Reife heranwächst und verzehrbereit ist
3. das ganze Jahr über ausgesät und geerntet werden kann
4. keinen Boden, Dünger oder Sonnenschein benötigt
5. so viel Vitamin C enthält wie eine Tomate
6. keine Abfälle produziert
7. schnell zubereitet ist
8. wie Früchte und Gemüse auch direkt verzehrt werden kann.
Der Forscher hatte die Lösung schon gefunden und gab dann bekannt:
all diese gewünschten Eigenschaften erfüllen Keimlinge und Sprossen.

Aus den Samen erwächst das Leben
Die Samen tragen alles in sich, was sie benötigen, um zu einer kräftigen Pflanze heranzuwachsen. Wenn sie eingeweicht werden (aktiviert) und zu keimen beginnen, bilden sich im Keimling Enzyme, verschiedene Nährstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und andere Vitalstoffe.
Es ist wirklich beeindruckend:
Lässt man Samen, Nüsse, Getreide und Hülsenfrüchte keimen, so erhöht sich deren Enzymanteil um etwa das 40-fache. Die Keimlinge enthalten bioverfügbare Proteine und viele Vitamine (z.B. Vitamin C und Vitamine des B-Komplexes). Sie sind wahre Schätze und wenn wir sie verzehren, können wir unsere Gesundheit in besonderem Maße stärken.
Zu meinen absoluten Lieblings-Keimlingen gehören Buchweizenkeimlinge.
Der Buchweizen (Fagopyrum esculentum) gehört zu den Knöterichgewächsen. Seine Samenform erinnert ein wenig an Bucheckern. Ab dem 15. Jahrhundert wurde Buchweizen in Mitteleuropa angebaut, dann aber nach und nach vom Weizen verdrängt.
Zum Glück wird das robuste Pseudogetreide wieder beliebter. Immer mehr gesundheitsbewußte Menschen wissen den Buchweizen zu schätzen. Er schmeckt mild nussig und lässt sich vielfältig für Pikantes und Süßes verwenden.
Ich bevorzuge es, den Buchweizen vor der Verwendung keimen zu lassen oder wenigstens zu aktivieren.
Zum Keimen ist es wichtig, nur geschälte Buchweizensamen zu verwenden! Das in den Buchweizen-Samenschalen enthaltene Fagopyrin kann phototoxisch wirken und die Haut bei reichlichem Verzehr empfindlicher gegenüber Sonneneinstrahlung machen.
Wichtig ist Buchweizen in Bio-Qualität:
Ich kaufe nur Buchweizen in Bio-Qualität, denn nur dieser lässt sich sehr gut und einfach zu Keimlingen ziehen.
In Deutschland gibt es viele Bio-Bauern, die Buchweizen in Bio-Qualität anbauen.
Buchweizen ist reich an hochwertigem Eiweiß
Er enthält alle acht essentiellen Aminosäuren in einem günstigen Verhältnis:
Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalalin, Threonin, Tryptophan und Valin.
Buchweizen enthält fast dreimal soviel Lysin und Tryptophan wie echtes Getreide.
Lysin ist ein wichtiger Baustein für Muskeln, Knochen und Bindegewebe.
Tryptophan ist eine Vorstufe der Hormone Serotonin und Melatonin, die unter anderem die Stimmung beeinflussen und dafür zuständig sind, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu steuern. Außerdem dient Tryptophan als Baustein für körpereigene Eiweiße und kann vom Körper bei Bedarf in Vitamin B3 umgewandelt werden.
Buchweizen ist gut verträglich und gluten- und lektinfrei
Buchweizen hat den Vorteil, dass er sowohl gluten- als auch lektinfrei ist.
Der Glutenanteil in Weizen ist durch die Züchtung neuer Sorten heute sehr hoch. Ein Überschuss an Gluten, dem sogenannten Eiweißkleber, kann im Körper chronische Entzündungen der Darmschleimhaut, Unverträglichkeiten und Autoimmunerkrankungen auslösen.
Lektine sind spezielle Proteine. Sie gehören zur Gruppe der Antinährstoffe. Bei den Antinährstoffen handelt es sich um Substanzen (Bestandteile von Pflanzen), die dem menschlichen Körper schaden, wenn sie in großen Mengen aufgenommen werden. Daher können sich Lektine negativ auf die Gesundheit auswirken. Sie binden sich im Blut an rote Blutkörperchen und im Darm an die Darmwände, was Durchblutungsstörungen, Herzerkrankungen und eine Beeinträchtigung der Darmfunktion fördern kann.
Buchweizen ist reich an Mineralstoffen, Vitaminen und mehr
100 g Buchweizen enthalten:
460 mg Kalium
254 mg Phosphor
231 mg Magnesium
18 mg Kalzium
2,2 mg Eisen
Zusätzlich enthält Buchweizen:
verschiedene B-Vitamine
Vitamin E
das wertvolle Flavonoid Rutin, das die Blutgefäße stärkt und das Herz-Kreislauf-System unterstützt.
sowie reichlich Lecithin, welches den Fettstoffwechsel unterstützt und sich positiv auf die Leber auswirkt.
Für die Gesundheit besonders wertvoll sind Buchweizenkeimlinge
Bekannt ist die gekochte Zubereitung des Buchweizens als Beilage oder in Bratlingen., aber er kann auch sehr einfach und schnell zum Keimen gebracht werden.
Der Keimvorgang macht das Pseudogetreide allerdings zu einem wertvolleren und bekömmlicheren Nahrungsmittel.
Vier gesundsfördernde Vorteile, die der Keimprozess mit sich bringt:
Mehr Vitalstoffe: Die Nährstoffe vervielfachen sich deutlich.
Enzymaktivierung: Enzyme werden gebildet und unterstützen die Verdauung.
Bessere Verdaulichkeit: Proteine werden besser bioverfügbar.
Auch Antinährstoffe (Phytinsäure) werden abgebaut, wodurch Inhaltsstoffe besser vom Körper aufgenommen werden können.
Basenbildend: Die Keimlinge werden basisch verstoffwechselt.
So lasse ich den Buchweizen keimen:
1. Einweichen:
Geschälten Buchweizen in eine Glasschüssel geben, mit reichlich gefiltertem Wasser bedecken und ca. 1 bis 4 Stunden (oder über Nacht) einweichen.
2. Spülen:
Anschließend den Buchweizen in ein Sieb gießen und mehrmals gut spülen. Nicht wundern, der Buchweizen schleimt, das ist völlig normal und okay.
Bereits nach dieser Einweichzeit kann der aktivierte Buchweizen verwendet werden.
3. Keimen lassen:
Das Sieb mit dem abgespülten Buchweizen in eine Glasschüssel stellen und mit einem Teller abdecken.
Bei Zimmertemperatur in Ruhe an einem hellen Ort, aber nicht mit intensiver Sonneneinstrahlung keimen lassen.
An den nächsten beiden Tagen morgens und abends gründlich spülen und immer wieder mit dem Teller abdecken.
Am 2. Tag sind bereits schon kleine Keimspitzchen zu sehen und die Keimlinge können verwendet werden.
Hinweis: Ab dem dritten Tag beginnen die Buchweizensprossen bitterer zu schmecken.
Buchweizenkeimlinge verwenden:
Die frischen Buchweizenkeimlinge vor dem Verzehr nochmals spülen.
Ihr Geschmack ist sehr angenehm mild und leicht nussig.
Die frischen Buchweizenkeimlinge gebe ich in einen Glasbehälter mit Deckel und bewahre sie im Kühlschrank auf (etwa 3 Tage).
Die Verwendung von frischen und getrockneten Buchweizenkeimlingen:
Sie lassen sich frisch wunderbar für ein Vitalkost-Frühstück (Müsli oder Smoothies) verwenden oder für Obstsalate. Auch in pikanten Speisen und Salaten sind sie eine Bereicherung.
Gerne lasse ich die frischen Buchweizenkeimlinge fermentieren und backe daraus ein überaus köstliches, glutenfreies Brot, das in unserer Familie zu einem Lieblingsbrot geworden ist.
Aus Buchweizenkeimlingen (frisch oder getrocknet) lassen sich leckerere Frühstückszubereitungen und sättigende Shakes z.B. mit Beeren herstellen.
Sie eignen sich auch für Pizzaböden, gedörrte Buchweizenfladen und pikante Buchweizenbällchen.
Getrocknete Buchweizenkeimlinge geben einen feinen Knuspereffekt in Salaten oder auch in selbstgemachter Schokolade und als Topping auf Dessertzubereitungen oder Smoothies.
Darüber hinaus kann man sie für selbstgemachte Spätzle, Pfannkuchen und zum Backen von glutenfreien Backwaren (Brot, Plätzchen, Kuchen) verwenden.
Buchweizenkeimlinge trocknen:
Für einen Vorrat werden die Buchweizenkeimlinge im Dörrautomat getrocknet, und zwar bei maximal 45 Grad (Rohkost-Qualität), so bleiben die wertvollen Enzyme und Vitamine erhalten.
Buchweizenkeimlinge für eine gesunde Ernährung
Gekeimter Buchweizen steht bei mir regelmäßig auf dem Speiseplan, um in den Genuss seiner Vitalität und positiven gesundheitlichen Wirkungen zu kommen. Meine Zellen jubeln und sind beglückt von den essenziellen Aminosäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen (Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Zink, Mangan, Molybdän), sowie sekundäre Pflanzenstoffen, Enzymen und Wachstumshormonen.
Buchweizenkeimlinge sind für mich ein echtes, heimisches Superfood. Ich freue mich über ihre basenbildende und entgiftende Wirkung sowie die regulierende Wirkung auf meine Verdauung, meinen Blutzucker- und Cholesterinspiegel.
Noch ein Hinweis:
Aus Buchweizen lässt sich auch Grünkraut (Mikrogrün) ziehen. Dafür kann man ein Kressesieb oder eine Schale mit Erde verwenden.
Das Rezept für mein geliebtes Buchweizenkeimling-Müsli finden Sie hier.

Übrigens:
Buchweizen wird auch als Heilpflanze für Tee genutzt, um die Gefäßgesundheit, den Stoffwechsel, die Durchblutung und den Säure-Basen-Haushalt zu unterstützen.
Dafür verwendet man das Buchweizenkraut, also die zur Blütezeit geernteten und getrockneten Blätter und Blüten der Pflanze.
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