Erzengelwurz und Wald-Engelwurz in der Volksheilkunde
Aktualisiert: vor 34 Minuten
Die Engelwurz hat als Stärkungsmittel für Verdauungsorgane und Immunsystem sowie als Schutzpflanze eine lange Tradition.

Erzengelwurz und Wald-Engelwurz
Erzengelwurz oder Echte Engelwurz (Angelica archangelica):
Die Erzengelwurz ist die deutlich größere Schwester der Wald-Engelwurz, denn sie wächst bis zu 3 m hoch und kann einen armdicken Stängel bilden.
Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt vor allem in Nord- und Osteuropa; in Mitteleuropa ist sie wild nur sehr selten zu finden.
In Kloster- und Kräutergärten wird die Echte Engelwurz aber als anerkannte Heilpflanze gerne angebaut.
Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris):
Die Wald-Engelwurz erreicht eine Wuchshöhe etwa 1,50 bis maximal 2 m, sie ist in ganz Europa zu finden. Bevorzugt wächst sie auf feuchten Böden an Waldrändern, Gräben und Bachufern, auf Nasswiesen und in Schluchten.
Die Blätter der heimischen Wald-Engelwurz sind kräftig dunkelgrün, wechselständig am Stängel angeordnet und sehr groß (das Gesamtblatt kann über 50 cm groß werden und ist im Umriss dreieckig). Es ist 2–3-fach gefiedert; die Einzelblättchen sind eiförmig, grob gezähnt und können über 10 cm lang werden. Nach obenhin werden die Blätter kleiner. Sie entwickeln sich aus auffallenden, bauchigen Blattscheiden heraus, die den Stängel umfassen. Die Blattstiele bilden auf der Oberseite eine Art Rinne aus, die ein bisschen an eine Dachrinne erinnert.
Wie die Engelwurz zu ihrem Namen kam...
Die Geschichte, wie die Engelwurz zu ihrem Namen kam, wird in verschiedenen Varianten erzählt – hier eine davon:
Zu Zeiten der Pest im 17. Jahrhundert soll der Erzengel Raphael von Himmel herab gekommen sein und einem Mönch oder frommen Einsiedler, eine Pflanze gezeigt haben, mit der die Menschen sich vor der Pest schützen könnten. Vielen konnte mit der Pflanze geholfen werden und zum Dank wurde sie Erz-Engelwurz genannt und Angelika, die Engelhafte oder die Engelsgleiche. Wie ein Schutzengel bewahrt die Engelwurz vor Krankheiten.
Die Engelwurz und ihre Hauptinhaltsstoffe:
Blätter:
ätherische Öle, Flavonoide, Phenolsäuren, Cumarine und Furanocumarine, Gerb- und Bitterstoffe, Chlorophyll.
Blüten:
ätherische Öle, Flavonoide, Phenolische Verbindungen, geringe Mengen an Cumarinen.
Wurzel:
ätherische Öle, Cumarine und Furanocumarine, Bitterstoffe, Phenolsäuren, Harz.
Engelwurz - Ein Schutzengel für Körper und Geist
Traditionell wurden vor allem die Wurzeln verwendet. In getrockneter Form dienten sie zur Zubereitung von Tees, Aufgüssen oder Kräuterauszügen.
Die Bitterstoffe, ätherischen Öle und weitere aromatische Pflanzenstoffe in der Engelwurz wirken anregend und entkrampfend und unterstützen somit die Verdauung. Sie können das Immunsystem und die Nerven stärken, sowie die Herzfunktion unterstützen.
Die Engelwurz bietet gewissermaßen auch himmlische Hilfe bei Erkältungen. Früher wurde sie auch Brustwurz genannt.
Die Engelwurz wirkt wärmend und kräftigend, dadurch kann sie bei Schwächezuständen, großen körperlichen und geistigen Anstrengungen und in der Rekonvaleszenz helfen.
Das Licht der Engelwurz scheint in die Seele. Die Pflanze wurde früher auch Angstwurz genannt, denn sie kann Kraft geben bei psychischen Schwächezuständen, Mutlosigkeit, Nervosität und depressiven Verstimmungen.
Früher wurden getrocknete Wurzelstücke als Schutzamulett am Körper getragen, um Krankheiten und Unheil abzuwenden.
Folgende Heilwirkungen der Echten Engelwurz werden beschrieben, die in schwächerer Form für die Wald-Engelwurz gelten:
Immunstärkend, appetitanregend, verdauungsfördernd (Speicheldrüsen-, Magensaft- sowie Gallesekretion anregend), schmerzlindernd, krampflösend, entspannend, karminativ (blähungstreibend), antiseptisch, auswurffördernd, durchblutungsfördernd, erwärmend, menstruationsfördernd, abortiv, schweiß- und harntreibend, entgiftend, kräftigend, vitalisierend, nervenstärkend, angstlösend, antidepressiv.
Traditionelle Anwendungen
Zur Steigerung und Unterstützung der Abwehrkräfte,
zur Entgiftung,
bei Völlegefühl,
krampfartigen Verdauungsbeschwerden,
Leberschwäche,
Blähungen,
Appetitlosigkeit,
Menstruationsbeschwerden,
Rheuma,
Bronchialleiden,
Erkältungskrankheiten,
Husten (vor allem mit zähem Schleim), Lungenentzündung ("Brustwurz"),
Nasennebenhöhlenerkrankungen,
Muskelverspannungen,
Nervenschmerzen,
für die Rekonvaleszenz,
bei Mutlosigkeit, psychischen Schwächezuständen,
Angstzuständen („Angstwurz“),
Nervosität,
depressiven Verstimmungen.
Gegenanzeigen:
Keine innerliche Einnahme während der Schwangerschaft!
Keine innerliche Anwendung bei Magen-Darm-Geschwüren!
Wichtiger Sicherheitshinweis:
Bei empfindlichen Personen können die Furanocumarine im Pflanzensaft bei Hautkontakt zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit gegenüber der UV-Strahlung der Sonne führen. Dadurch können Hautreizungen oder phototoxische Reaktionen (Verbrennungen) ausgelöst werden.
Zum Sammeln kann man als Schutzmaßnahme Handschuhe tragen.
Potentielle Verwechslungsgefahr:
Die Wald-Engelwurz kann mit anderen Pflanzen, die zur Familie der Doldenblütler gehören und ähnliche Blüten haben, verwechselt werden.
Die Wald-Engelwurz in meiner Spessart-Naturführung
Am 03. Oktober können Sie mit mir die Wald-Engelwurz in der Natur kennenlernen.
Gemeinsam erkunden wir die herbstliche Pflanzenwelt - im Mittelpunkt steht die Kraft und Verwendungsvielfalt der Wurzelpflanzen. Darüber hinaus erfahren Sie, was man aus Wildfrüchten alles herstellen kann und mit etwas Glück begegnen uns auch saisonale Besonderheiten (z.B. Pilze).
Und außerdem genießen wir die Veränderungen der Natur im Herbst.
Die äußerlichen Anwendungen der Engelwurz:
als Erkältungsbalsam (bei Husten, Schnupfen und zur Pflege der Haut),
in Engelwurz-Kräuter-Mischungen zum Inhalieren bei Erkältungen,
als Salbe bei geschwollenen Lymphdrüsen
als Tinktur (äußerlich bei Nervenentzündungen, Muskel- oder Gelenkschmerzen).
Eine besondere Tradition - das Engelwurz-Amulett:
Die Engelwurz gehört zu den schützenden Sonnenpflanzen (sowohl Erzengelwurz als auch die Wald-Engelwurz), was an der Signatur der lichtvollen Pflanzengestalt zu erkennen ist.
Wurzel-Amulette oder auch einige Samen kann man als Schutz vor negativen Energien, zur Ich-Stärkung und Aura-Reinigung bei sich tragen.
Räuchern mit (Wald-)Engelwurz:
Die Echte und auch die Wald-Engelwurz gehören zu den wichtigsten Pflanzen beim Räuchern für Schutz, bei Schwäche, Angst und Mutlosigkeit, zur Stärkung des Immunsystems und der Psyche, zur Reinigung alter Häuser und zur Unterstützung, um verstorbene Seelen zum Licht zu führen.
Wurzel und Samen werden einzeln und gerne auch in Räuchermischungen auf Kohle, auf dem Räucherstövchen oder in Räucherpralinen verwendet.
KRÄUTERAUSBILDUNG IN HESSEN - WILDPFLANZEN-VERARBEITUNG
Ausbildung zum / zur Wildpflanzen-Praktiker*in
Die Engelwurz und andere essbare Wildpflanzen und Heilkräuter zur Unterstützung der Gesundheit verwenden.
In der Ausbildung zum / zur Wildpflanzen-Praktiker*in lernen Sie, wie vielfältig sich Wildpflanzen verarbeiten lassen: für die genussvolle Wildkräuterküche, Hausapotheke und Körperpflege, für Räucherwerk und fürs allgemeine Wohlbefinden.
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Haftungsausschluss:
Alle Informationen und alle Angaben zu allen Gesundheitsthemen, Heilkräutern, Wildpflanzen und Pilzen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Sie beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und gründen auf dem Erfahrungsschatz der überlieferten Volksmedizin und wurden der einschlägigen Fachliteratur entnommen. Sie stellen keine Anleitung zur Selbst-Diagnose und Selbst-Behandlung dar und sollten nicht als therapeutische Hinweise verstanden werden. Bei Erkrankungen ist daher stets ein Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen. Es wird keine Haftung für Forderungen jeder Art übernommen, die mit den gemachten Angaben in Zusammenhang gebracht werden.
